Fünf Herren und das siebte Kreuz

Fünf Herren und das Siebte Kreuz
25. & 26.4., 20 Uhr
Theater Die Schmiere
Seckbächer Gasse 4, Frankfurt
https://www.facebook.com/events/1862612154069669/

mit: Sascha Wild – Schlagzeug, Elektronik, Harri Gottschalk – Gitarre, Christian Setzepfandt – Stadtführer und historischer Chronist, Stephan Skora – Zauberer, Dirk Hülstrunk – Soundpoetry/Loops, Rezitation und Textbearbeitung.

Zum ersten Mal bin ich bei dem Projekt „Frankfurt liest ein Buch“ als Teil der Gruppe „Fünf Herren“. Gemeinsam inszenieren wir Anna Seghers „Das siebte Kreuz“. Anna Seghers erzählt hier eine prototypische Fluchtgeschichte, den Ausbruch von sieben Häftlingen aus einem Konzentrationslager in vielen Facetten, Stimmen und Perspektiven. Keine einfache Lektüre und ein schweres, ernstes, moralisch aufgeladenes Thema.
Wir fragen uns, wie kann man ein solches Thema unterhaltsam bearbeiten, ohne den Kern der Aussage zu verraten. Wie kann man einen so umfangreichen, facettenreichen Text in einer 1,5 stündigen Inszenierung präsentieren. Die Idee der Collage liegt nahe. Ich fand es aber reizvoller mich in der Textbearbeitung ganz auf die Hauptfigur, den Flüchtling Georg Heisler zu konzentrieren, auf sein Handeln und Empfinden. Die entstandenen Mikroszenen wurden rhythmisch bearbeitet und mit Wiederholungselementen und charakteristischen Soundloops versehen. Christian Setzepfandt referiert sachlich zu den Orten der Handlung, Sascha Wild und Harri Gottschalk kommentieren mit wenigen, aber zeitgemässen musikalischen Elementen, die sich leitmotivisch durch das Stück ziehen. Stephan Skora verkörpert den im Buch vorkommenden Artisten „Belloni“ und entwirft Zauberstücke, die zu Themen wie Verletzung/Heilung, Gefangenschaft oder Gerüchten passen. Eine gewagte und durchaus aufwändige Kombination. Am Ende haben wir 7 Szenen, die noch mal in 57 Mikroszenen unterteilt sind mitsamt kunstvoll verzahnten Übergängen.

 

Pressetext:

„Das siebte Kreuz“ als literarisches Varieté: Die „Fünf Herren“ machen den „schwarzen Heimatroman“ von Anna Seghers zur Blaupause für eine künstlerische Bearbeitung eigener Art. Auf diese Weise bereichern sie das Programm von „Frankfurt liest ein Buch 2018“ um eine ungewöhnliche Crossoverkomponente – und um eine Gratwanderung zwischen ernsthaft-nachdenklich und überraschend-komisch.

Gemeinsam zeichnen die „Fünf Herren“ mit ihren unterschiedlichen künstlerischen Mitteln die Geschichte rund um die Flucht der Roman-Hauptfigur Georg Heisler nach. Die Rezitation aus dem „Siebten Kreuz“ übernimmt Dirk HuelsTrunk. Der Soundpoet nutzt ausgewählte Textpassagen auch für Livecollagen, er rhythmisiert und verfremdet sie.Stephan Skora schlüpft in die Rolle des Artisten Belloni. Belloni flüchtete zeitgleich mit Georg Heisler aus dem Lager Westhofen und wird in der Sicht der „Fünf Herren“ zu Heislers schillerndem Gegenpart. Für die lokalhistorische Verortung der Handlung sorgt Christian Setzepfandt, der vermutlich bekannteste und beliebteste Stadtführer Frankfurts. Zu einem fließenden Ganzen wird die Inszenierung durch die Musik von Sascha Wild und Harri Gottschalk: Sie mischen Liveklänge von Gitarre und Schlagzeug mit Elektronischem und laden die Handlung so noch einmal zusätzlich atmosphärisch auf.

Die „Fünf Herren“ stehen für multimediale Indoor-Stadtführungen, literarische Konzerte und Varieté: Die „Stammherren“ sind der Stadtführer Christian Setzepfandt, der Sampling-Artist Sascha Wild und der Zauberkünstler Stephan Skora. Dazu kommen, je nach Programm, zwei Gäste – diesmal der Soundpoet Dirk HuelsTrunk und der Gitarrist Harri Gottschalk.