Ein Stich in den Radioäther: Dirk Hülstrunk, Jaromir Typlt auf Kunstradio Ö1

31. Juli 2016
23:00

Kunstradio Ö1, 31.7.2016, 23 Uhr. Livestream: http://www.kunstradio.at/2016B/31_07_16.html

Letztes Jahr konnte ich im Rahmen meines Prag Stipendiums gemeinsam mit dem tschechischen Autor Jaromir Typlt eine Version des dadaistischen Klanggedichtes “Totenklage” von Hugo Ball im Tschechischen Rundfunk aufnehmen. Nun wurden wir 2. im europäischen Radiokunst Preis “Palma Ars Acustica”. 

Original Ankündigung auf Ö1:

„Totenklage“ von Jaromír Typlt und Dirk Huelstrunk. Auch zu diesem Stück gibt es einen Beipackzettel des tschechischen Rundfunks – dort steht: „Hundert Jahre nach der Eröffnung des Cabaret Voltaire senden wir – recht prosaisch – ein Aggregat von Gedichten von Hugo Ball, einem der Gründer der Dada-Bewegung, in den Äther. Heute gehören seine sechs Klangedichte zum klassischen Kanon, und sie werden sowohl als Originalaufnahmen zitiert, als auch in unzähligen Neuproduktionen. Figurativ gesprochen, verschmelzen diese Interpretationen zu einem Rauschen, dessen originale Bedeutung in der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts verloren gegangen ist. Die Rückkehr zu den auf gewisse Weise „fossilen“ Ursprüngen der Produktion von Bedeutung in gesprochener Sprache, ist eine Rückkehr zu einer rein akustischen Sprache. Sie enthält, immer noch aktuell, ein Moment der Suche nach Grenzen zwischen Poetik, Unbeständigkeit und der Gefahr gestammelter Worte. TOTENKLAGE ist eines von sechs Klanggedichten von Hugo Ball. Aufnahmen dieser Gedichte wurden dank der Zusammenarbeit des tschechischen Autors und Performers Jaromir Typlt und dem deutschen Dichter und Performer Dirk Hülstrunk, der im Frühwinter 2015 Gastkünstler des Prager Literaturhauses war, angefertigt. Die Aufnahmen wurden im Zuge der Vorbereitungen einer umfassenden, vierteiligen Avantgarde Cabaret Suite mit dem Titel BALLONAIR gemacht, die erstmals am 17. Jänner 2016 im Zuge des Euroradio Ars Acustica special evening zum Art’s Birthday in der Nationalgalerie Prag zur Aufführung gekommen ist. Wie die Gründer der Dada-Bewegung den Namen angeblich gefunden hatten, indem sie mit einem Taschenmesser in ein Wörterbuch gestochen haben, so wird hier mit diesem Konzept experimentiert – das Gedicht TOTENKLAGE ist ein Stich in den Radio-Äther.“ Dauer 7 Minuten 3 Sekunden „

 

 

 

 

fümms bö wö – 100 Jahre DADA Lautpoesie – eine Hommage

31. Juli 2016
20:00bis21:30

um 100- Geburtstag von DADA eine Hommage an die dadaistische Lautpoesie und die künstlerischen Helden meiner rebellischen Jugend.
Wie keine andere Bewegung symbolisiert DADA den Bruch mit den bürgerlichen Kunstkonventionen des 19. Jahrhunderts. DADA war Revolte – ästhetisch und politisch. Viele Entwicklungen in der modernen Kunst nach dem 2. Weltkrieg wären ohne DADA nicht möglich gewesen. Noch heute wirken die Provokationen von DADA verstörend. DADA als „Unsinnskunst“ zu verstehen, verharmlost. DADA zielt auf das Innerste im Menschen – seinen absurden Versuch aus ALLEM Sinn zu generieren. DADA hat vor allem in die Kunst gewirkt. Collage, Montage, Performance, Film. Doch DADA kommt aus der Sprache, der Sprachverzweiflung, dem Sprachspiel, der Satire, der Sprachzertrümmerung, der Lautabstraktion. Neben Cut-up und Textcollage gehört die LAUTPOESIE zu den wichtigsten Innovationen von DADA.Ohne die Pionierarbeit von DADA wäre die heutige Performancepoesie kaum denkbar.
DADA stand am Anfang meiner künstlerischen Entwicklung. DADA hat mir Augen und Ohren geöffnet.
Im Mittelpunkt des Programms stehen die drei grossen Meister der dadaistischen Lautpoesie Hugo Ball, Raould Hausmann und Kurt Schwitters.

Teile des Programms wurden in den letzten Monaten in Indien, Finnland, Mexiko, Tschechien, präsentiert. Besonderer Dank geht an die chilenische Künstlerin Pia Sommer, mit der ich die Ursonate im Goethe Institut Mexiko City präsentieren konnte und an Jaromir Typlt, mit dem ich die „Totenklage“ von Hugo Ball in Prag aufnehmen konnte. Ein Einspielung die den 2. Platz des europäischen Radiokunstwettbewerbes „Prix Palma Ars Acustica“ erreichte.

 

„Playing with words“ Sound Art Anthologie – wieder erhältlich

Playing with words – the spoken word in artistic practice, hrsg von Cathy Lane, CRISAP Institute, London 2010 ist wieder erhältlich.

Eine der besten internationalen Anthologien über die gegenwärtige Avantgardeszene und ihre Arbeit mit Sprache. Mit Beiträgen von Laurie Anderson bis Pamela Z. Und eine der ersten internationalen Sound Art Anthologien, in denen ich vertreten bin.

Playing with words war auch ein Live-Festival mit ausgewählten Künstlern des Buches (Jaap Blonk, Jörg Piringer, Nye Parry, Ansuman Biswas, Sianed Jones und mir in Frankfurt, das ich gemeinsam mit CRISAP organisieren durfte, eine hr2 Kultursendung.

Dazu hat das Frankfurter Label Gruenrekorder eine Doppel-CD und ein Video des Festivals publiziert.

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2. Platz beim Palma Ars Acustica Preis

24. Juni 2016
0:05bis0:30

Letztes Jahr konnte ich im Rahmen meines Prag Stipendiums gemeinsam mit dem tschechischen Autor Jaromir Typlt eine Version des dadaistischen Klanggedichtes „Totenklage“ von Hugo Ball im Tschechischen Rundfunk aufnehmen. Nun wurden wir 2. im europäischen Radiokunst Preis „Palma Ars Acustika“. gemeinsam mit der Gewinnersendung sind wir am 24.6. um 00:05 im Deutschland Radio Kultur zu hören.